Also,
1. Bevor das wieder Off-Topic läuft, hab ich den Threadtitel ein weiteres Mal verändert. Jetzt kann ich das, liegt ja in meinem Hoheitsbereich
2. Zum Thema Bafög:
Charlottes Aufrechnung ist sehr schön, sie krankt jedoch an einer winzigen Kleinigkeit: die meisten Studenten werden niemals den Höchstsatz einstreichen können! Schön wärs, ja, aber es ist leider traurige Wahrheit, dass hier großer Nachholbedarf besteht.
Außerdem sind Wohnungen auch bei weitem nicht überall so billig wie hier in Passau. In Großstädten oder an Orten mit außergewöhnlich vielen Studies ist an ein Leben nur vom Bafögsatz nicht zu denken (i.Ü. auch in PA nicht wirklich

). Nebenjobs müssen also definitiv her, will man nicht den Eltern auf der Tasche liegen.
Dann: die Lebenshaltung ist in den letzten Jahren übelst gestiegen. Gabs da Anpassungen seitens des Bafögs? Weiß gar nicht, aber ich denke eher nicht. Zu gleich viel Einnahmen gesellen sich immer höhere Ausgaben. Auch das fördert die Notwendigkeit von Nebenjobs.
Bei denen gibts wohl zwei Arten. Zum einen die, die ich als quasi-Fortbildung fürs Studium mache (Werksstudent, Hiwi-Stelle am Lehrstuhl). Sowas bringt zwar Geld, ist aber leider nicht für jeden verfügbar, da begrenztes Angebot.
Zum anderen sind da reguläre Aushilfsjobs, die auch Nicht-Studenten offen stehen und durchaus geeignet sind, seinen Lebensunterhalt davon zu bestreiten. Allerdings kann man bei diesen i.d.R. (Ausnahmen gibts immer) nicht unbedingt seine Zeit frei einteilen, sondern muss das so nehmen, wie's kommt. Wohl dem, der arbeiten kann, wenn er will und nicht der Boss
Erstere Art von Job wird einem bestimmt helfen, was das Studium angeht, und es nicht unnötig verlängern (auch hier: i.d.R., es gibt Ausnahmen, wie überall). Ich hab selber 5 Jahre Hiwi "gespielt" und weiß, dass das kein Problem ist. Dafür ist halt die Bezahlung mies und man muss mit einer Menge Idealismus bei der Sache sein. Für den Lebensunterhalt reicht DAS aber alleine nie und nimmer.
Die zweite Art von Job kostet als erstes mal Studienzeit. In manchen Studiengängen und Semestern kommt man damit gut klar, in anderen widerum nicht. Die meisten, die solche Jobs BRAUCHEN, werden auch eine längere Studienzeit in Anspruch nehmen müssen. Eine einfache Suche bei Google zu dem Thema fördert hunderte Seiten zu Tage, die genau das als Kontext haben. Wenn dem nicht so wäre, würde man das sicher nicht in dieser Deutlichkeit betonen. Das heißt aber nicht, siehe oben, dass es keine Ausnahmen gibt. Schön also für jeden, der eine gut bezahlte Arbeit findet, die es ihm erlaubt, sein Leben selbst zu finanzieren UND dabei sein Studium in Regelzeit durchzubringen. Respekt davor, ganz ehrlich. Den meisten gelingt sowas nicht.
Kleine Anmerkung am Rand:
Vom Bafög muss ich nach Studienende ja die Hälfte wieder zurückzahlen, daher sollte man für eine Berechnung auch nur den halben maximalen Bafögsatz anlegen. Die meisten, die Bafög kassieren, werden wohl nur das verwenden, was gratis ist, denn wer mag schon gleich verschuldet sein, wenn er anfängt, zu arbeiten?! Auch dies kann durchaus ausschlaggebend sein, sich einen (lukrativen) Nebenverdienst zu verschaffen.