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Raucherschutz und andere Kleinigkeiten

Allgemeine Sachen die sonst nirgens rein passen

Moderator: Taroko

Raucherschutz und andere Kleinigkeiten

Beitragvon Supaeasy » 06.07.2008 20:44

Maxi hat geschrieben:Sehe für die absolute CSU-Mehrheit bisserl schwarz


Ich glaube "schwarz" ist denen ganz recht *g*

Vor wenigen Tagen ist das Jugendstrafrecht verschärft worden (Ermöglichung einer anschließenden Sicherheitsverwahrung nach Haftende).


Endlich! Find ich super. War mal beim Jugendgericht und hab mir nur noch an den Kopf gefasst: Ein 17 oder 18 Jähriger, wegen Diebstahls und KV Vorbestrafter: Hat in einem Jugendzentrum erst randaliert, daraufhin isser rausgeflogen. Draußen hat er dann auf einen gewartet und den zusammengeschlagen. Danach isser gegangen. Kam dann wieder, hat die Scheibe eingeschlagen und die HiFi-Anlage geklaut. Dann hat er die Vorhänge angezündet. Als das aber nicht richtig gebrannt hat isser extra zum Müllcontainer (200m weiter) gelatscht und hat da nen Müllsack rausgeholt und denn angezündet und reingeschmissen. Resultat: Fenster Kaputt, Raum ausgebrannt, HiFi-Anlage verscherbelt.

Strafe: EIN AUFSATZ!!!! "Warum falsch war, was ich gemacht habe" - 2 Seiten, innerhalb von 2 Wochen (!) abzugeben bei Gericht. Keine Strafe, nur eine Verwarnung

Wo leben wir denn bitte?

Forderungen nach dem Verbot von "Killerspielen", ein paar Tage geheuchelte Betroffenheit, und ein Paar Jahre später wieder das gleich Spiel.


Leider nicht. Denn nach dem hier wird das wohl nichts mehr - gut, keine Frage, dass die Kids das trotzdem spielen, aber es geht hier ja um die Legalität dessen.
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Beitragvon Taroko » 06.07.2008 21:48

Mist, hab in Bayern kein Wahlrecht, denn CSU wäre sicher das letzte, was ich hier wählen würde. Beckstein und Co. wissen bei allem Populismus mitunter doch gar nicht, wohin sie als erstes gehen sollen. Und mitten am Laufen wechseln sie auch noch plötzlich die Richtung und drehen wieder um (Stichwort: Pendlerpauschale). Also entweder hab ich eine Meinung und steh dazu mit allen Konsequenzen, oder ich hab keine. Aber hundertmal den Hals wenden, je nachdem, wo der Wind grad herweht, wird auf Dauer jegliches Profil zerstäuben (sofern überhaupt welches vorhanden ist/war) ;)

Das komische Rauchverbot ist ja auch so eine Geschichte, die (mal wieder) nicht zuende gedacht wurde. In bestimmter Hinsicht wären klar und deutliche Richtlinien des Bundes sehr wünschenswert. Diese blöde Föderations-Kleinstaaterei a la USA geht mir hier langsam etwas auf die Nerven. Ein Bundesland sagt so, ein anderes wieder so. Muss das sein? Vermutlich ja, wie könnte man sonst die ganzen Beamten beschäftigen und rechtfertigen :D
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Beitragvon Maxi » 06.07.2008 22:00

[Kurz vorweg eine Formalität: Das oben Zitierte stammt von Taroko, nicht von mir. Weder er (wahrscheinlich), noch ich werden dir dafür den Kopf abreißen - pass' nur bei den Profs auf, die sind da etwas pingeliger ;)]

Zu deinem Fall mit dem jugendlichen Straftäter habe ich drei Dinge anzumerken.
1) Darüber, dass das inakzeptabel ist, brauchen wir nicht zu reden. Allerdings - so auch die gängige Argumentation der Gegner dieser Verschärfung, mit der ich vollkommen übereinstimme - sind die Mittel doch längst vorhanden! Das Strafmaß ist nicht das Problem - es findet nur praktisch nie adäquate Anwendung! Die Verschärfungen hingegen sind purer Populismus, um am Ende vorweisen zu können: "Hah, wir haben auf den Vorfall in München reagiert."
2) Das ändert aber verdammt nochmal nichts daran, dass diese Taten geschehen. Kein Täter stellt bei mehr oder minder spontanen Taten eine Kosten-Nutzen-Rechnung an, nach dem Motto: "Wenn ich geschnappt werde, dann hat sich diese Tat nicht gelohnt, da auf Betreiben von Herrn Beckstein und Herrn Koch die Gesetze verschärft wurden." Kein Mensch macht sowas! Schärfere Gesetze sind daher pure Kosmetik, bringen aber nicht mehr Sicherheit.
3) Statt nämlich ständig nur an den Auswirkungen herumzudoktern, wäre es doch eigentlich sinnvoll, einmal den Ursachen nachzugehen, gell? Schade nur, dass das nicht so einfach ist, wie das Präsentieren von Schein-Lösungen, die zwar das Gemüt kurzfristig und mit wenig Aufwand besänftigen, aber eben auf lange Sicht nichts ändern. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Das ist für die Politik einfach zu langfristig. Die Ursachen liegen zu tief und sind zu komplex und mühsam und zäh, als dass man bis zur nächsten Wahl etwas ausrichten könnte - und die ist ja die Messlatte für alles politische Handeln. Deswegen bekommen wir auch immer nur so einen Müll vorgesetzt - weil's zu mühsam ist und keine Stimmen bringt.

---

Und dass sie diesen "Killerspiele"-Blödsinn jetzt tatsächlich durchgesetzt haben... Das hatte ich gar nicht mitbekommen! :eek: Wird etwa so sinnvoll sein, wie die Errichtung eines Intimpiercing-Studios in der Vatikanstadt... Aber wenigstens beruhigt es das Gewissen für eine Weile. Ich bin nur gespannt, welchen Vorwand, welchen Sündenbock es beim nächsten Amoklauf gibt. Vielleicht Gewalt in Filmen, Musik oder bildender Kunst? Ich seh's schon kommen, dann gibt's den nächsten Rundumschlag an Verboten: Killer-Musik (von Wagners "Ring des Nibelungen" bis zum Hipfhüpf und der pöhsen Metall-Musik) und Gewaltfilme (alles von "Nosferatu" bis "Saw"), und auch Gewaltbilder (Picassos "Guernica" und Luis Royo-Poster, einerlei) und Gewaltliteratur (alle Marvel-Comics sowie die Gedichte von Gottfried Benn etwa) - weg damit! Und wenn das weg ist... heiter weiter! Die Amokläufer waren grunsätzlich Schüler, also schließen wir doch einfach die Schulen! Pardauz! Keine Amokläufe mehr an Schulen. Universitäten gleich hinterher (tut mir Leid, Herr Schweizer; erst der Philo-Lehrstuhl, klar, aber im Endeffekt auch Sie). Und wenn wir dann erstmal so gründlich rückverdummt sind, dann brauchen wir keine Maßnahmen mehr, auch keine Politik, dann sind wir endlich alle Amokläufer.


---


@ Taroko: Danke für die Ergänzung, dieses Desaster mit dem Nichtraucherschutz hatte ich doch glatt vergessen, obwohl das eigentlich ganz oben auf meiner Frust-Liste steht. Kürzlich durfte ich mir wieder so einen Blödsinn in einer Kneipe anhören: "Des is' die Lückn, die uns dr Gsetzgeber g'lossn hot!" So ein heuchlerischer Blödsinn! Seitdem boykottiere ich wieder die Kneipen, wie früher (die Gmoa mal ausgenommen, die kriegt's schließlich hin).
Das Thema Kleinstaaterei können wir aber auch an ganz anderer Stelle auch wieder anpacken, Stichwort (Hoch-)Schulbildung. Versuch' mal, im Studium das Bundesland zu wechseln, speziell als Lehramtsstudent. Du verlierst ganze Semester dabei. Und die wollen jetzt auch noch den "Bätscheloar", um in Europa herumzureisen? Selten so gelacht!
Zuletzt geändert von Maxi am 06.07.2008 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Supaeasy » 06.07.2008 22:12

Zu 1: Wollte ich auch dazu schreiben, aber dann hätte das meine Geschichte so viel weniger unfassbar gemacht :D

Zu 2: Ich mach das immer, ohne Scheiss... wenn die Strafe nicht so schlimm ist, denk ich mir immer: "Kann man ja mal bringen" - wenn sie schlimm ist, hab ich schiss^^

Zu 3: Was sind denn deiner Meinung nach die Ursachen? Ich würd ja erstmal kategorisch den Gangsta-Rap verteufeln. Das war jetzt nur ein halber Witz, da ich tatsächlich Leute kenne, die so hohl sind, dass sie cool finden, was in den Texten abgeht und es nachmachen, weil sie denken, das würde jeder machen :eek:
Aber generell wüsste ich nicht, was die Ursachen sein sollen. Am ehesten noch die Erziehung und die Bildung.

Und Thema Computerspiele: Wenn einer Blöcke von ner Brücke wirft schreit auch keiner "Böses Tetris" und wenn Kinder im Zoo Tiere mit Bällen bewerfen kommt auch keiner und sagt "zu viel Pokemon gespielt"...
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Beitragvon Taroko » 06.07.2008 22:26

Zu den Ursachen der ansteigenden Jugendgewalt würde ich neben der Erziehung (Bildung fällt da ja im weiteren mit hinein) auch eine gewisse Perspektivlosigkeit sehen. Klar, wir haben heute hunderte Möglichkeiten, was man mit seinem Leben anstellen könnte, ABER leider nicht für jeden. Studiengebühren schließen bspw. mal wieder bestimmte Gruppen vom Studium aus, HartzIV & Co. führt teilweise dazu, dass einige, die vom Intellekt durchaus Abi-fähig wären, es nicht machen können, weil die Familie sonst nicht genug zu futtern hat. Dann kommen Gruppen- und Markenzwang dazu, und flutsch, hockt so ein eigentlich ganz verträglicher Typus Mensch im Schlamassel. Das ist zwar jetzt sehr einfach ausgedrückt, aber ich denke, es trifft den Kern ganz gut. Und anstatt sich um die Perspektive für junge Leute zu kümmern, werden die am besten auf Jahrzehnte weggesperrt. Ist ja auch einfacher, als sich wirklich drum zu kümmern.
Die ganze Flickschusterei erinnert mich ein bißchen an das Stopfen von Löchern im Asphalt. Anstatt die Straße gleich richtig zu erneuern, werden erstmal über Jahre alle entstandenen Schwachstellen zubetoniert,das Problem quasi übertüncht. Für langfristige Lösungen hat unser System wirklich keine Zeit, der Wähler kann ja nicht in die Zukunft blicken :roll:

Und nochmal was zum Nichtraucherschutz, als das in Bayern "schärfste" Gesetz dieser Art in Deutschland beschlossen wurde, hab ich erst gedacht, ich hätte mich verhört. Ausgerechnet die CSU sollte sich derart rigoros gegen die Raucher-Lobby auflehnen? Hätte ich ihr nicht zugetraut. Das Resultat JETZT ist allerdings ne mittlere Katastrophe. Anstatt wirklich ausnahmslos alles zu verbieten, sind in Bayern im Augenblick DEUTSCHLANDWEIT mehr Spelunken Raucherzonen als sonst irgendwo. Da kann man im Grunde nur noch den Kopf schütteln. Einen Mitgliedsausweis für einen Raucherclub werde ich mir jedenfalls nicht anschaffen, da bleib ich lieber daheim. So einen Schwachsinn wie hier hab ich lange nicht gesehen. Anstatt die EINMAL etwas auch gegen Widerstände durchsetzen, wird eine Regelung solange aufgeweicht, bis sie völlig nutzlos wird. Glückwunsch CSU!!!

Zum Thema Computerspiele sag ich nix mehr, denn bescheuertere Ausreden für gesellschaftliche Versäumnisse hab ich im ganzen Leben noch nicht gehört. Ich hab hier an der Uni noch in den PC-Pools damals nächtelang Doom- und Duke-Sessions gezockt und würde keiner Fliege was zu leide tun, aber im pauschalisieren ist die bayrische Rentnergang ja schon immer sehr groß gewesen ;)
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Beitragvon Supaeasy » 06.07.2008 22:44

Taroko hat geschrieben:Studiengebühren schließen bspw. mal wieder bestimmte Gruppen vom Studium aus


Naja, dafür ist ja BaFöG da. Es sollte niemandem verwehrt werden zu studieren, wenn im "nur" das Geld fehlt. Bei solchen Umständen, dass die Kinder möglichst früh für die Familie arbeiten müssen, um sie zu ernähren, gebe ich dir allerdings recht, wobei ich das auch nicht ganz blicke, denn wenn sie studieren, kriegen sie ja BaFög. Also müssten die Eltern auch kein Geld mehr fürs Kind ausgeben, womit sie so gesehen besser dastünden, als wenn sie das Kind in der Schule hätten. Gut - Arbeiten bringt natürlich mehr Geld, ist klar.

Dann kommen Gruppen- und Markenzwang dazu, und flutsch, hockt so ein eigentlich ganz verträglicher Typus Mensch im Schlamassel.

Das fällt für mich unter den Punkt Erziehung. Meine Eltern haben sich schlicht geweigert den Markenhype meiner Mitschüler mitzumachen und mir erklärt, dass jemand der sich durch ein Paar Zentimeter Aufdruck auf einem Kleidungsstück definiert einfach hohl ist. Hab ich begriffen und gut wars mit Dickies, Carhartt und was damals sonst noch in Mode war. Und ich hatte und habe trotzdem immer Freunde...

Einen Mitgliedsausweis für einen Raucherclub werde ich mir jedenfalls nicht anschaffen, da bleib ich lieber daheim.

Wieso? Die sind doch fast alle kostenlos? Jetzt im Sommer isses ja kein Problem, aber ich habe im Winter und auch generell keine Lust dauernd rauszugehen, wenn ich mal eine Qualmen will. Und außerdem entzerrt dieses Rauchverbot auch immer die Gruppen so. Finde ich einfach lästig.

...wird eine Regelung solange aufgeweicht, bis sie völlig nutzlos wird.

Wobei ich dir da auch zustimme. In Hamburg gab es eine Initiative, das Rauchverbot auf freiwilliger Basis zu gestalten. Haben so gut wie alle Bars/Clubs/Kneipen auf dem Kiez mitgemacht. Wurde leider trotzdem nichts. Und im Endeffekt ist mit eben dieser "Aufweichung" genau das eingetreten. Nur halt leider andersrum, was schade, aber eben unerheblich und nicht sonderlich schlimm ist. Man fühlt sich als Wirt nur irgendwie in seiner Freiheit beschränkt.
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Beitragvon Taroko » 06.07.2008 23:53

Supaeasy hat geschrieben:Naja, dafür ist ja BaFöG da.


Richtig, dafür SOLLTE es da sein. Effektiv sind die Sätze aber viel zu niedrig, um vernünftig leben zu können. Anstatt zu studieren, muss der entsprechende Empfänger noch Nebenjobs ausführen, wodurch sich seine Studiendauer verlängert usw. Man rechne nur mal durch, Miete, Verpflegung, Energiekosten, Studiengebühr - da kommst Du mit dem Regelsatz schon nicht hin, wenn Du VOLLES Bafög kriegst. Bei Leuten, die es nur teilweise empfangen, ist das ganze ohne Zuschüsse von außen längst nimmer zu schaffen. Passau ist noch verhältnismäßig günstig, was die Lebenshaltung angeht, da gibts ganz andere Kaliber in Deutschland, von (mitunter obligatorischen) Auslandsaufenthalten ganz zu schweigen. Zum Schluss sind die weniger gut begüterten Studies gezwungen, Kredite aufzunehmen, wodurch sie sofort in der Schuldenfalle gefangen sind. Sowas sollte es mEn nicht geben müssen.

Meine Eltern haben sich schlicht geweigert den Markenhype meiner Mitschüler mitzumachen und mir erklärt, dass jemand der sich durch ein Paar Zentimeter Aufdruck auf einem Kleidungsstück definiert einfach hohl ist.


Sag das mal weniger selbstsicheren Schülern, die jahrelang Hänseleien wegen ihrer Kleidung ertragen müssen (Thema "Deine Armut kotzt mich an!"). Wem wird denn heutzutage noch ein gesundes Selbstvertrauen anerzogen? Entweder entwickeln sich die "Kleinen" zu überheblichen Egomanen, oder sie versumpfen irgendwo als Mitläufer. Früher war das mal ne Randgruppenerscheinung, aber mittlerweile ist das, witzigerweise v.a. im ärmeren Milieu, wirklich tragisch. Da hilft gut zureden seitens der Eltern auch nicht mehr. Die soziale Schere klafft halt auch in Deutschland immer weiter auseinander, das will bloß keiner sehen.

Wieso? Die sind doch fast alle kostenlos?


Darum gehts nicht. Die könnten mir sogar was dafür bezahlen, ich würds trotzdem net machen. Ich habe meine Prinzipien, und solchen völlig unsinnigen Gesetzen, die das Papier nicht wert sind, auf denen sie stehen, werd ich da nix opfern. Entweder haben wir einen Nichtraucherschutz, oder wir haben keinen. Zwischenlösungen sind für meinen Geschmack absolut sinnfrei. Man schaue mal nach England, dort funst das auch, wieso hier nicht? Ich hab nichts gegen Raucher, zwei meiner besten Freunde rauchen auch, allerdings ist mir Inkonsequenz ein Graus. Und deshalb weigere ich mich, Zwänge, die durch Lücken im Gesetz entstanden sind, mitzumachen. Punkt.

Man fühlt sich als Wirt nur irgendwie in seiner Freiheit beschränkt.


Ganz ernsthaft? Ich als Bedienung, die Recht auf einen nicht gesundheitschädlichen Arbeitsplatz hat, würde mich auch in meiner Freiheit beschränkt fühlen ;) .... Klar, die können ja kündigen, wenns ihnen nicht passt, nur wieviele davon haben die (finanzielle) Option dazu? Wer selber kündigt, kriegt monatelang keine Unterstützung. Ich als Gast kann gehen, wenn es mir nicht gefällt, aber die Arbeitskräfte, für die solch ein Gesetz eigentlich mal gedacht war, haben diese Möglichkeit i.d.R. nicht. In jedem Betrieb hast Du arbeitsrechtlich einen Anspruch auf rauchfreien Bereich, nur in der Gastronomie nicht. In der Hinsicht MUSS einfach Fairness her. Und das ALLE Wirte gleich Pleite machen, halt ich für ein großes Gerücht. In Italien, England usw. hat sich das auch gelegt, daher seh ich keinen Grund, warum Deutschland die Ausnahme sein sollte. Der Blödsinn mit Kneipen, die dicht machen dürfen, liegt nur daran, dass es eben diese unsinnigen Ausnahmeregelungen gibt. Hätte man dies EINHEITLICH für ganz Deutschland festgelegt, wäre bei den Gasthäusern vom Umsatz her nichts passiert. Diesen schwarzen Peter dürfen sich ganz allein die jeweiligen Landesregierungen zuschieben, die nicht den Mumm hatten, Nägel mit Köpfen zu machen. Von der Seite wäre es wirklich besser, man hätte sich dieses Gesetz gleich ganz geschenkt.
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Beitragvon Supaeasy » 07.07.2008 02:15

Also ich hab keine Ahnung von BaFöG, da ich zum Glück nicht darauf angewiesen bin. Dass es aber nicht zum Leben reicht, kann ich mir einerseits vorstellen, andererseits finde ich es schon angebracht, dass man auch ein bisschen(!) nebenher arbeitet. Das gehört einfach dazu. Natürlich sollte es einen aber nicht von der nötigen Arbeit für die Uni fernhalten. Inwieweit sich die Studiendauer verlängert kann ich nicht sagen, aber ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass sich durch 15-20 Stunden Arbeit die Woche meine Lernleistung verschlechtern würde. Dann sitz ich halt mal weniger vorm Fernseher.

Naja und zu der Kleidung: das ist wirklich reine Erziehungssache. Klar kommen mal dumme Kommentare, wenn so gut wie alle außer dir selbst die gleiche neue Hose, den neuen Gameboy und das beste Handy haben. Aber ganz ehrlich: wer da nicht drüber steht, bzw. es nicht beigebracht bekommen hat drüber stehen zu können, der wird auch im Leben nicht weit kommen leider. Da haben die Eltern schlicht und einfach versagt. Und die überheblichen Egomanen sind meistens gerade die, die das Geld haben und eben nicht wissen, dass Äußeres den Charakter nicht ersetzt. Ich sag ja nichts gegen schöne oder meinetwegen auch teure Sachen. Aber ich hab lieber was teures an, was mir gefällt, als etwas, von dem andere meinen ich solle es tragen, damit ich ihnen gefalle. Gilt natürlich auch für Ramsch.
Witziger Einfall an dieser Stelle: In der Grundschule hatten wir einen, der immer nur in den teuersten Klamotten rumgerannt ist und alle anderen fertig gemacht hat, die keine anhatten (ich hab dann immer gesagt seine Eltern wären dumm ihm das zu kaufen, weil er eh bald wieder rausgewachsen ist - paar Wochen später hatte er dann immer zu große Klamotten an, aber das nebenbei) und ich hab ihn noch ein paar mal in den darauffolgeneden Jahren auf der Straße gesehen und es wurde eigentlich nur schlimmer... Naja, vor ein Paar Monaten hatten wir Klassentreffen und er hat so von sich erzählt und was er mache und meinte nur so: "Ich hab mich bei ner Modefachschule beworben, aber die haben gesagt ich hätte keine Ahnung von Mode und würde immer nur die Marke sehen" - ich lag unterm Tisch!

...völlig unsinnigen Gesetzen, die das Papier nicht wert sind, auf denen sie stehen, werd ich da nix opfern...


Dann darfst du aber auch keine Umweltplaketten auf dem Auto haben, keine GEZ mehr zahlen, deinen Perso nicht mehr verlängern lassen und musst deinen Reisepass in die Mikrowelle legen um den neuen Chip zu schrotten...

Plaketten: Wie dämlich ist denn das? Innerhalb der Stadt ohne Auto = Todesmarsch - und ich rede hier nicht von "Städten" wie Passau..
GEZ: Aha, ich zahle für etwas, dass ich nicht will. Selbst wenn ich meinem Fernseher die Möglichkeit nehme die öffentlichen Sender zu empfangen muss ich GEZ zahlen. Das ist nur dumm!
Perso: Ich bin verpflichtet meinen Perso verlängern zu lassen, ansonsten muss ich mit hoher Geldstrafe rechnen (nem Bekannten passiert). Wenn ich es mir nicht leisten kann, den Perso zu verlängern muss ich die Strafe dann trotzdem draufzahlen... nett..
Reisepass: Dieser Biometrische Müll führt echt nur zum BigBrother-Staat und ist zudem weder sicher, noch in irgendeiner Form sinnvoll. In meinen Augen eher eine Gefahr als eine Sicherung.

Ich als Bedienung, die Recht auf einen nicht gesundheitschädlichen Arbeitsplatz hat...


Recht auf einen gesunheitsunschädlichen Arbeitsplatz? Was ist denn mit Soldaten, Krankenschwestern (Legionellen, Röntgenstrahlung), Kanalisationsarbeitern, Fliesenlegern (Knie) usw.? Der Arbeitsplatz ist frei wählbar. Dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, ist klar, aber wenn du dir nen Job aussuchst, in dem du davon ausgehen kannst, dass du dort mit gesundheitsschädlichen Substanzen in Berührung kommst, musst du auch mit eben jenen Stoffen rechnen. Ich will jetzt nicht sagen "such dir ne Nichtraucherkneipe zum Arbeiten" aber wie gesagt, wenn dus weißt, warum arbeitest du dann da? Ich red ja nicht davon, dass man kündigen muss, wenn sich das auf einmal ändert, denn dann müsste dir dein Chef denk ich mal entweder nen Zuschlag oder ne Abfindung zahlen. Aber wenn sich nichts ändert, würd ich mal so sagen selber schuld. Ist nicht böse gemeint aber so seh ich das halt.
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Beitragvon Taroko » 07.07.2008 12:51

zefix, jetzt muss ich wieder soviel zitieren :D

Supaeasy hat geschrieben:Inwieweit sich die Studiendauer verlängert kann ich nicht sagen, aber ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass sich durch 15-20 Stunden Arbeit die Woche meine Lernleistung verschlechtern würde. Dann sitz ich halt mal weniger vorm Fernseher.


Probiers mal aus, und dann sprechen wir uns wieder ;)
15-20h die Woche sind ne Menge Holz, zumal Du Dir Deine Arbeitszeiten ja i.d.R. nicht danach aussuchen kannst, ob grad was in der Glotze läuft oder nicht. Meistens muss man dafür ganze Uni-Tage streichen, was sich schlussendlich doch in den Studienleistungen bzw. der -dauer bemerkbar macht. Es gibt empirische Erhebungen zu dem Thema, die besagen, dass Studenten, die arbeiten müssen, gut 30% länger für ihr Studium benötigen als solche, die das nicht brauchen. Auch ist die Abbrecherquote unter denen bedeutend höher, daher würd ich schon sagen, dass ein Job während des Studiums eher kontraproduktiv sein kann. Wohl dem, der das nicht nötig hat.

Naja und zu der Kleidung: das ist wirklich reine Erziehungssache. Klar kommen mal dumme Kommentare, wenn so gut wie alle außer dir selbst die gleiche neue Hose, den neuen Gameboy und das beste Handy haben. Aber ganz ehrlich: wer da nicht drüber steht, bzw. es nicht beigebracht bekommen hat drüber stehen zu können, der wird auch im Leben nicht weit kommen leider.


Genau das ist das Problem! Viele lernen heute eben nicht mehr, drüber zu stehen, sondern identifizieren sich über das, was andere von ihnen denken. Die Eltern nehmen da zu wenig Einfluss bzw. erkennen es nicht, weil in ihrer Zeit solche Auswüchse eher selten vorgekommen sind. Ich bin bspw. in der DDR aufgewachsen, da war von Markenfetischismus nicht viel zu sehen. Kleinmachen und sich auf Kosten anderer zu profilieren, das gabs dort jedoch genauso, in anderen Bereichen halt. Ich stimme Dir da zu, dass von Seiten des Erziehungssystems (betriftt ja nicht nur Eltern, sondern insbesondere auch die Lehrer) zuwenig getan wird, um den Kindern zu vermitteln, sie hätten alle die gleichen Chancen.

"Ich hab mich bei ner Modefachschule beworben, aber die haben gesagt ich hätte keine Ahnung von Mode und würde immer nur die Marke sehen" - ich lag unterm Tisch!


hehe, wie sagt man da so schön, Hochmut kommt vor dem Fall. Allerdings ist es auch wieder traurig, dass man jemanden so lange mit den falschen Vorstellungen hat durchs Leben gehen lassen. Von Ehrlichkeit und Offenheit haben die meisten heutzutage vermutlich nichts mehr gehört. Wenn ich mir dann all die zerstörten Hoffnungen bei DSDS bspw. ansehe, dann frag ich mich, ob die zuhause auf Selbstüberschätzung getrimmt wurden oder sich einfach niemand getraut hat, ihnen mal die Wahrheit zu sagen. Man muss ja nicht gleich sämtliche Träume zerstören, aber was spricht dagegen, Kindern etwas Realismus beizubringen?

Dann darfst du aber auch keine Umweltplaketten auf dem Auto haben, keine GEZ mehr zahlen, deinen Perso nicht mehr verlängern lassen und musst deinen Reisepass in die Mikrowelle legen um den neuen Chip zu schrotten...


hihi, ich hab weder ne Umweltplakette auf meinem Auto, noch zahle ich GEZ-Gebühren oder lass mir biometrische Merkmale in den Reisepass stanzen. Von der Seite her gesehen darf ich auch den ersten Stein werfen, denn ich bin ohne Sünde :D

Recht auf einen gesunheitsunschädlichen Arbeitsplatz? Was ist denn mit Soldaten, Krankenschwestern (Legionellen, Röntgenstrahlung), Kanalisationsarbeitern, Fliesenlegern (Knie) usw.?


Korrekt, auch die haben Anspruch auf Schutz ihrer Gesundheit, wofür der Arbeitgeber zu sorgen hat! Dafür gibts arbeitsrechtliche Vorschriften, und da kann sich ein Arbeitnehmer drauf berufen. Kein Kanalarbeiter muss ohne SICHERE Schutzkleidung seine Arbeit verrichten (er kanns, er muss aber nicht - wichtiger Unterschied). Genausowenig braucht sich eine Krankenschwester ohne Schutz Rötgenstrahlung aussetzen, das darf sie ganz legal verweigern. Sobald eine Gefährdung der Gesundheit am jeweiligen Arbeitsplatz nicht oder nicht ausreichend minimiert werden kann, hat der Arbeitnehmer das Recht, die Ausführung der Aufgabe zu verweigern, ohne seine Ansprüche aus dem vertraglichen Verhältnis zu gefährden. Wo kann sich eine Bedienung auf sowas berufen?
Genau das ist eben der Punkt, gar nicht, wenn sie ihren Job behalten will. Klar hat sie den angenommen unter vollem Bewusstsein, was sie da erwartet, aber das haben vor 30 Jahren die Bergleute auch. Trotzdem wird denen heute Schutz zugestanden. Warum sollte die Entwicklung nicht auch in anderen Berufszweigen dazu führen, dass Leute, die den Job VOR Gesetzänderungen annahmen, davon profitieren dürfen? Es würde ja heutzutage auch niemand ne Reinigungskraft ungeschützt in einen Reaktorkern schicken, nur weil die das anfangs mit Wassereimer und Putzlappen im Miniröckchen gesäubert haben ;)
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Beitragvon Supaeasy » 08.07.2008 01:30

Probiers mal aus, und dann sprechen wir uns wieder
15-20h die Woche sind ne Menge Holz


Wieso ausprobieren? Das Praktiziere ich schon seit Monaten, in Hamburg seit Jahren. Und wenn man nun mal schlau genug ist sich die Arbeitszeiten auszusuchen, verpasst man damit null Uni, sondern füllt eher "unnötige" Zeit aus.

Es gibt empirische Erhebungen zu dem Thema, die besagen, dass Studenten, die arbeiten müssen, gut 30% länger für ihr Studium benötigen als solche, die das nicht brauchen.


Öhm 30%? Woher? Das ist absolut unglaubwürdig. Beim besten Willen.
Die Eltern nehmen da zu wenig Einfluss bzw. erkennen es nicht, weil in ihrer Zeit solche Auswüchse eher selten vorgekommen sind


Ja, Nein. Es gab ja in den vergangenen Jahren keine Mode.... is klar. Dummheit/Unfähigkeit der Eltern. Fakt.

noch zahle ich GEZ-Gebühren oder lass mir biometrische Merkmale in den Reisepass stanzen


Öh ja, weil du nicht in Städte fährst, dich in einem Österreichischen Exclave-Bunker verkrochen hast und deinen Reisepass noch nicht verlängert hast?

Und zu deinen Beiträgen zum Arbeitsschutz: Nein, nein und nein. Der Rest ist Käse.
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Beitragvon Eva » 08.07.2008 07:00

Taroko hat geschrieben:Ich als Bedienung, die Recht auf einen nicht gesundheitschädlichen Arbeitsplatz hat, würde mich auch in meiner Freiheit beschränkt fühlen ;) .... Klar, die können ja kündigen, wenns ihnen nicht passt, nur wieviele davon haben die (finanzielle) Option dazu? Wer selber kündigt, kriegt monatelang keine Unterstützung. Ich als Gast kann gehen, wenn es mir nicht gefällt, aber die Arbeitskräfte, für die solch ein Gesetz eigentlich mal gedacht war, haben diese Möglichkeit i.d.R. nicht. In jedem Betrieb hast Du arbeitsrechtlich einen Anspruch auf rauchfreien Bereich, nur in der Gastronomie nicht. In der Hinsicht MUSS einfach Fairness her.


WO ist das Problem? Jeder, der kellnert weiß, worauf er sich einlässt (jaaa, ich kellner auch).
Der Vergleich ist ungefähr wie dieser mit der RTA, die sich Röntgenstrahlen aussetzt oder den Arbeitern in Atomkraftwerken...
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Beitragvon Taroko » 08.07.2008 10:26

Supaeasy hat geschrieben:Öhm 30%? Woher? Das ist absolut unglaubwürdig. Beim besten Willen.


Such mal im Spiegel nach dem entsprechenden Artikel, hab jetzt kein Netz und keine Zeit, um das für Dich zu machen ;)


Ja, Nein. Es gab ja in den vergangenen Jahren keine Mode.... is klar. Dummheit/Unfähigkeit der Eltern. Fakt.


Wo sagte ich, dass es "in den vergangenen Jahren" keine Mode gab? Zum einen spreche ich hier von vor 20 Jahren und länger, an die Du mit Sicherheit keine Erinnerung haben dürftest, und zum anderen gings mir um den UMGANG damit, der früher anders verlief als heute.

Öh ja, weil du nicht in Städte fährst, dich in einem Österreichischen Exclave-Bunker verkrochen hast und deinen Reisepass noch nicht verlängert hast?


Wer sagt, dass ich nicht in Städte fahre? Nur muss ich das FÜR GROßSTÄDTE vielleicht alle 4-5 Jahre mal, warum sollte ich mir dann solch eine Plakette besorgen? Hier am Hamberg wohn ich, weil es mir gefällt und nicht, weil ich keine GEZ-Gebühr bezahlen muss. Und was den Reisepass angeht, der läuft bei mir noch bis 2015, warum sollte ich den verlängern? Wir haben 2008, ich zahl doch nicht zig Euro für nen neuen, wenn der alte noch seine Gültigkeit hat. Würdest Du das machen? ;)

Und zu deinen Beiträgen zum Arbeitsschutz: Nein, nein und nein. Der Rest ist Käse.


Das kannst Du für Käse halten, ist aber Gesetz und wird sich auch nicht ändern, nur weil Du's nicht akzeptieren magst ;)
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Beitragvon Taroko » 08.07.2008 10:36

Eva hat geschrieben:WO ist das Problem? Jeder, der kellnert weiß, worauf er sich einlässt (jaaa, ich kellner auch).
Der Vergleich ist ungefähr wie dieser mit der RTA, die sich Röntgenstrahlen aussetzt oder den Arbeitern in Atomkraftwerken...


Hmm, das ist eine sehr einseitige und egoistische Sichtweise, findest Du nicht? Nur weil Du kein Problem mit einem rauchigen Arbeitsplatz hast, kannst Du doch nicht allen anderen das gleiche vorschreiben wollen. Mal ernsthaft, vor 10 Jahren ca. hatte jemand, der einen Job in einem Großraumbüro annahm, auch gewusst, worauf er sich einläßt, Rauch inklusive. Mittlerweile ist die Rechtslage (und der Stand der Wissenschaft) aber so, dass jeder Arbeitnehmer nicht ohne Grund Anrecht auf einen rauchfreien Bereich hat. Das gilt dann insbesondere auch für die Leute, die damals unter anderen Voraussetzungen angefangen haben. Wieso magst Du dieses einer Kellnerin (oder einem Kellner) absprechen? Sollen sie Deiner Meinung nach kündigen, wenn sie ihre Gesundheit nicht mehr gefährden wollen? Ist Harzt IV besser für solche Menschen geeignet als ein Job in der Gastronomie? Es sind nunmal nicht alles Freiwillige, die solche Arbeiten mehr aus Spass an der Freude denn wirklicher finanzieller Notwendigkeit verrichten. Viele machen das hauptberuflich und müssen ihre Familien davon ernähren. Die haben kaum die Wahl, ob sie bleiben und das aushalten wollen oder doch lieber gehen. Und genau für SOLCHE Arbeitnehmer sind die Gesetze da, zu ihrem Schutz. Nur müssen diese Regelungen halt auch klar und deutlich (und ohne Ausnahmen) definiert sein, was man in Bayern (bzw. Deutschland allgemein) offensichtlich versäumt hat.
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Beitragvon Supaeasy » 08.07.2008 11:26

Aber denk dcoh mal nach: Der Unterschied ist, dass der Charakter eines Kellnerberufes sich einfach Grundlegend von dem einer Bürotätigkeit unterscheidet. Ein Automechaniker hat doch auch keinen Anspruch auf wohlduftende Abgase und ein Stuntman kann auch nicht meckern, wenn er mal nen blauen Fleck hat. Es ist halt eben das Berufsbild, was es ausmacht. So und wenn du jetzt in eine Kneipe gehst, dich umguckst - jeder raucht - und fragst den Wirt ob er nicht ne Aushilfe sucht und der sagt klar, komm morgen. Du kommst am nächsten Tag, stellst dich hinter die Theke und rastest erstmal aus, was sich die Leute erdreisten würden zu rauchen und bekommst ermal demonstrativ spastische Hustenanfälle oder wie? Dann rennst du zum Chef und forderst von ihm die Raucher sofort rauszuwerfen weil es ja eine Frechheit wäre, dass an *deinem* Arbeitsplatz geraucht würde. Da würde dich der Chaef auch nur angucken wie ein Auto.
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Beitragvon Taroko » 08.07.2008 15:19

Supaeasy hat geschrieben:...Dann rennst du zum Chef und forderst von ihm die Raucher sofort rauszuwerfen weil es ja eine Frechheit wäre, dass an *deinem* Arbeitsplatz geraucht würde. Da würde dich der Chaef auch nur angucken wie ein Auto.


Falsch. Es reicht, wenn bspw. EIN Mitarbeiter von meinetwegen 100 sich durch den Rauch in seiner Gesundheit gefährdet fühlt. Der Gesetzgeber sieht in dem Fall vor, dass eben diese Firma einen rauchfreien Bereich für denjeinigen einzurichten hat, ganz gleich, was der Rest dazu sagt. Der Chef muss daher die Raucher nicht feuern, aber im schlimmsten Fall (für sie) das Qualmen im Arbeitsbereich verbieten. In Hamburg gabs letztens mal einen Fall, wo ein Chef nach Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes sämtliche nichtrauchende Mitarbeiter entlassen hat mit der Begründung, sie würden das Arbeitsklima vergiften. Das dies natürlich von den Gerichten in der Luft zerissen wurde, kannst Du Dir sicher denken ;)
Und ganz ehrlich, ich sehe nicht, warum man eine Bedienung schlechter stellen sollte, als den Rest der Arbeiterschaft. Als Gast kann ich gehen, wenn mir die Luft zu schlecht wird, aber eine Arbeitsplatzaufgabe ist ne völlig andere Geschichte.
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